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Briefe der Freundschaft

Der Briefwechsel zwischen Klaus Groth und Johannes Brahms

Im Mittelpunk dieses spannenden Online-Projekts der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Klaus-Groth-Gesellschaft steht die norddeutsche Künstlerfreundschaft zwischen dem Komponisten Johannes Brahms und dem niederdeutschen Dichter Klaus Groth. Die Brahms-Gesellschaft und die Klaus-Groth-Gesellschaft werden wöchentlich in einem alternierenden Rhythmus den Briefwechsel von Klaus Groth und Johannes Brahms online auf den Webseiten veröffentlichen. Schauen Sie also auch regelmäßig auf die Seite der Brahms-Gesellschaft.
Der gesamte Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern mit zahlreichen Anmerkungen und sehr lesenswerten Erinnerungen von Klaus Groth an seinen Freund Johannes Brahms ist 1997 im Boyens Buchverlag unter dem Titel „Johannes Brahms – Klaus Groth. Briefe der Freundschaft“ erschienen. Das Buch liegt für interessierte Besucher im Brahms-Haus zur Ansicht aus und kann dort auch erworben werden. Mit besonders dankenswerter Unterstützung vom Boyens Buchverlag.

 

 

41. Brahms an Groth

[Wien, nach dem 23. September 1880]

Lieber Freund,
Deine unerwartete Trauer-Botschaft hat mich ernstlich ergriffen, u. ich muß viel u. innig des lieben, guten Mannes gedenken. Und komme ich gelegentlich nach H[amburg], werde ich ihn schwer vermissen, denn er war einer der wenigen, die ich aufsuchte u. die zu sehen ich mich freute.
Für mancherlei u. gar Angenehmes habe ich Dir noch zu danken. Ich war die letzten Wochen viel unterwegs u. bin seit einigen Tagen erst hier, wo denn etwas viel zu schreiben etc. ist. Ein Kalender ist ein gar gutes Geschenk, das ganze Jahr hat man’s eben vor Augen u. muß des Gebers u. des Schreibers denken! Gehe also nur ganz ordentlich unter die Kalendermacher. Außerdem denke ich, ist das grade ein Platz, wo Du mancherlei sagen kannst, das anderswo nicht so gut paßt.
Das nächste Jahr kannst Du den Dummen (wozu ich denn gehöre) erklären, warum denn das Titelbild kein Türke, sondern ein Papst ist? Ich werde mich übrigens indeß mal umschauen, ob ich einen Gregor V. auftreiben [kann], der dem Türken ähnlich sieht!
Grüße die Deinen herzlich u. auch Frl. Meier u. Köster von Deinem

J. Brahms.


42. Groth an Brahms

Kiel, 4. Mai 1881

Lieber Freund!
Die Herren Gebrüder Streiber machen mir Hoffnung, daß Du einmal wieder in Kiel möchtest gesehen und gehört werden. Schön wär’s! Sieh zu, daß Du es möglich machst. Dein stilles Stübchen oben steht immer für Dich bereit. Die drei Jungens sind herangewachsen, sie würden sich mit mir freuen, Dich zu sehen und Dir es angenehm zu machen. Ich geh heute nach Altona zu Pius Warburg, dessen Wiener Nichte mir vorsingen wird, jedenfalls auch Lieder von Dir, Du kennst sie ja! Dr. Thomsen erzählte mir von Deinem Besuche in Leipzig.
Also komm! Wir haben ja viel miteinander durchzusprechen.

Dein

Klaus Groth

 

 

 

 

Klaus Groth - Jubiläumsmagazin zum 200. Geburtstag

„An He¸ ben seil de stille Maan.“
Klaus Groth – Sein Leben, sein Werk
Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr
Klaus Groth in der heutigen Zeit

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